

Die tausendjährige Geschichte Murisengos reicht
mindestens bis ins Jahr 940, als aufgrund einer amtlichen Urkunde der Edelmann
"Gumbertus de Munesingo" als Lehnsmann des Grafen Umberto von Asti einer
Gerichtssitzung beiwohnt. Munesengum, heute Murisengo, wird außerdem unter den
Besitztümern des Klosters San Pietro in Ciel doro von Pavia in einer Urkunde
Konrads II aus dem Jahr 1027 erwähnt. Weiterhin ist in einer Urkunde Friedrichs I vom 6.
Oktober 1164 von "Munesenge" die Rede, das zu den Ländereien gehört, die der
Kaiser Wilhelm dem Älteren, dem Markgrafen des Monferrato, geschenkt hatte. 1224 werden
die ortsansässigen mit "domini de Moliseng" bezeichneten Herrscher als
Lehnsherren der Markgrafschaft aufgeführt und Wilhelm VI des Monferrato verwaltet einen
Teil des Schlosses. Die anschließenden Jahrhunderte sind durch die Ablösung
verschiedener Lehnsherren im Lehngut von Murisengo gekennzeichnet: die Herren von
Montiglio, die Radicati di Brozolo und ab 1420, die Scozia, mit Grafentitel über mehr als
vier Jahrhunderte. Im Jahr 1320 taucht Murisengo in den Zeitchroniken wegen bestimmter
Ereignisse auf, wie z. B., als Alberto Calcagno von Murisengo in der Volksversammlung von
Chivasso, an der alle Lehnsherren des Monferrato teilgenommen haben, dafür eingetreten
ist, "einen gut ausger¸steten Ritter und noch andere" zu stellen.
Die äußerst umstrittene Ortsbezeichnung geht laut
einigen Historikern in die Zeit des Hochmittelalters zurück, wobei die germanische Endung
"eng", auf das Substantiv Ring verweist und sich somit eindeutig auf die
ringfrmige Anordnung der ersten longobardischen Siedlungen bezieht. Nach Ansicht
anderer Etymologen hingegen läßt Murisengo in Anbetracht der derzeitigen Bezeichnung im
Dialekt des Monferrato "Ambriseng" eher romanische Ursprünge vermuten, die in
Verbindung stehen mit dem Patronymikon Mauritius, was in Mundart zu "Morissi"
wurde, wobei die longobardische Endung übernommen worden ist und sich deutlich die
dialektalen Einflüsse des Monferrato niedergeschlagen haben.
Die Zeugnisse religiösen Lebens waren ebenso reich. Der
alte Kirchturm von San Pietro ist alles, was von der durch Zisterziensermönche
gegründeten Abtei übriggeblieben ist, während sich eine Kongregation von Benediktinern
ab dem 11. Jahrhundert der Verehrung von S. Candido widmete, einem Soldaten der Thebischen
Legion, der laut Überlieferung in der Nähe des gleichnamigen Ortsteils germartert wurde.
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